Starke Rundfahrt-Ergebnisse von Radpirat Enzo Decker / DM-Drama um Radpirat Enzo Decker

Das neue Schuljahr hat begonnen und für Radpirat Enzo Decker startet damit am Heinrich-

Heine Sportgymnasium in Kaiserslautern ein neuer Schulabschnitt. Enzo wurde in die

sportliche Optimalförderung innerhalb der gymnasialen Oberstufe übernommen und hat

künftig die vorgegebenen Leistungskurse Sport, Biologie und Englisch. Daneben erfolgte der

Umzug in das Internat 1 in dem nur noch Oberstufen Sportler aus den Sportarten Fussball,

Radsport, Judo, Badminton und Tennis leben. Er teilt sich dort das Zimmer mit „Moritz“ einem

Schul-Neuzugang und Nationalmannschaftskameraden aus Braunschweig.

Nach der ersten Schulwoche wurden die Schulbücher schon wieder zur Seite gelegt und es

ging auf „große“ Radsportreisen. Nach der Nichtnomminierung für das 3-köpfige Aufgebot der

U17 bei den olympischen Jugendspielen in Baku, reiste Enzo im 6-köpfigen Aufgebot der

deutschen Nationalmannschaft zur Ost-Steiermark Rundfahrt, der größten und wichtigsten U17

Rundfahrt Europas. Vom 21.-25.August mussten ein Prolog und vier Etappen über insgesamt

271 Kilometer mit 3902 Höhenmetern von den 120 internationalen Startern zurückgelegt

werden. Trotz nur suboptimaler Vorbereitung der deutschen Jungs aufgrund der deutschen

Bahnmeisterschaften Anfang August in Berlin, zeigte Enzo an allen 5 Etappen eine konstant

starke Leistung auf der sehr schweren und bergigen Rundfahrt. Mit den Etappenplätzen 12.,

11., 17., 44. und 4. Konnte er sich in der abschliessenden Gesamtwertung, mit einem

Rückstand von lediglich 1:17 Minuten, den 11.Platz sichern und somit in der europäischen

Spitze behaupten. Die Auswahl des Bundes deutscher Radfahrer (BDR) konnte sich daneben

noch 3 Podestplätze auf den einzelnen Etappen das Bergtrikot, das Nachwuchstrikot für den

besten U17 Fahrer des jungen Jahrgangs und den 2. Platz in der Mannschaftswertung sichern.

Berühmtester deutscher Gesamtsieger dieser Rundfahrt in den letzten Jahren war Pascal

Ackermann der heute für das Team Bora-HansGrohe als Profiradsportler fährt.

Aus der Ost-Steiermark ging es wieder kurz zurück nach Kaiserslautern und von dort bereits 3

Tage später zur, vom 30.August-01.September stattfindenden, ebenfalls schweren

Luxemburgrundfahrt. Dort galt es rund um die Hauptstadt auf 3 verschiedenen Rundkursen

nochmal 219 Rennkilometer zu absolvieren. Auf einer sehr schweren 2.Etappe kam es bei

heißen Temperaturen zu einem brutalen Ausscheidungsfahren. Enzo wurde bei dieser steilen

Bergankunft starker 9., von 138 Startern kamen am diesen Tag nur noch 48 erschöpfte

Jugendliche ins Ziel. Für die abschliessende Gesamtwertung konnte er hier den Grundstein für

einen tollen 7. Platz, als zweitbester Deutscher, legen.

In 12 aufeinander folgenden Kalendertagen legte Enzo 2200 Kilometer mit dem Auto und an 8

Renntagen 490 bergige Rennkilometer mit seinem Rad zurück. Über alle Renntage hinweg hat

er sich als konstant bester deutscher Fahrer auf diesen beiden Rundfahrten mit europäischen

Spitzenfahrern gezeigt. Jetzt gilt es sich zu erholen und die letzten Saisonhöhepunkte

hoffentlich erfolgreich zu absolvieren: Am 07.September die DM Strassenvierer in Genthin, am

14.September die DM Einzelzeitfahren in Langenhagen und am 15.September das

abschliessende Strassenrennen der Bundesnachwuchssichtung in Hottensen.

 

 DM-Drama um Radpirat Enzo Decker

Bei bestem Radsportwetter machten sich am späten Nachmittag des 15.Juni immerhin 132 der

gemeldeten 148 Radsportler der Klassse U17 männlich auf die 78 Rennkilometer um die

deutsche Meisterschaft im 1er Strassenrennen. Dazu musste der schweren Rundkurs um das

westpfälzische Linden 7x bewältigt werden.

Mit dabei und in richtig guter Form Radpirat Enzo Decker, der anders als 2017 auf gleicher

Strecke nicht mehr als Topfavorit aber als einer von 6-8 Medaillenanwärter und Mitfavorit in

das Rennen ging. Entsprechend anders war auch die Renntaktik. War diese 2017 noch auf

totalen Angriff mit dem Ziel möglichst alleine die Zielgerade zu erreichen ausgelegt, sollte er

2019 das Rennen kontrollieren. Ziel war es im Laufe des Rennens eine Spitzengruppe zu bilden

und sich aus der heraus auf den Schlussprint zu konzentrieren. Eine mögliche Startattacke von

Enzo direkt im ersten schweren Anstieg musste entfallen, da die Starter in der engen

Startaufstellung bereits eine halbe Stunde vor Start warten mussten und die Muskeln dann

schon wieder kalt waren.

In der 3. Rennrunde bildete sich an der Steigung eine 11-köpfige Spitzengruppe zu der im

weiteren Verlauf noch eine 8-köpfige Verfolgergruppe aufschloss. Enzo war immer präsent,

kontrollierte die Spitzengruppe und lies keine weiteren Fluchtversuche zu. Das restliche

Hauptfeld wurde mit knapp 3 Minuten Rückstand auf sicherer Distanz gehalten.

Auf dem letzten Kilometer kam es zu den erwarteten Positionskämpfen in dieser 19-Fahrer

Spitzengruppe, Enzo konnte sich gut durchsetzen und fuhr als Zweitplatzierter die Zielkurve,

200 Meter vor dem Ziel an. Alles lief nach Plan, die DM-Medaille sicher aber dann…verließ Ihn

der Radsportgott!!!

Etwas zu schnell in die letzte Kurve gefahren und die Physik tat Ihr restliches, Vorderrad weg

gerutscht und Sturz. Zu allem Unglück war auch der zweite Rheinland-Pfälzer in der

Spitzengruppe topplatziert und direkt hinter Enzo als Dritter in die Zielkurve gefahren. Er

konnte so schnell nicht mehr reagieren und stürzte als einziger der 19 Fahrer über Enzo.

Aufstehen und weiter, was bleibt sonst übrig, wurden die beiden als 18. und 19. der DM letzter

und vorletzter der Spitzengruppe und rollten schwer enttäuscht einige Sekunden hinter dem

Sieger ins Ziel.

Bei den einheimischen Zuschauern herrschte Entsetzen, der Ex-Queidersbacher Enzo und der

gebürtige Queidersbacher Max Märkl gestürzt hinter der Spitzengruppe im Ziel, unfassbar aber

leider wahr. Mal wieder eine tragische Geschichte die der Radsport schreibt. So nahe an die

Medaillen im Strassenrennen kommt man selten.

Das schwere Rennen hatte aber auch weitere Opfer gefordert, schlussendlich erreichten am

Abend lediglich 69 Fahrer der U17 männlich das Ziel.

Enzo fällt durch die schlechte DM-Platzierung in der Gesamtwertung der

Bundesnachwuchssichtung auf den 7.Platz zurück, wurde aber 1 Tag später mit der deutschen

Nationalmannschaft für die Oststeiermarkrundfahrt Ende August, der wichtigsten und

schwersten Rundfahrt für die U17 Jungs, nominiert.

Positiv aufgefallen ist am Renntag der DM im Strassenrennen dass in den anderen Rennklassen

U15 männlich und weiblich und U17 weiblich doch einige Radpiraten am Start waren auch

wenn die meisten davon „im richtigen Sportlerleben“ Mountainbiker sind.

 

DM Bahn, Licht und Schatten für Radpirat Enzo Decker

DM Bahn, Licht und Schatten für Radpirat Enzo Decker

Die Sommerferien waren geprägt von den deutschen Meisterschaften auf der Radrennbahn.

Als Vorbereitung trainierte der Landesverband Rheinland-Pfalz dazu auf der 250m langen

Beton Freiluftbahn in Dudenhofen bei Speyer. Für Enzo terminlich nicht optimal, da er Ende

August mit der Nationalmannschaft 2 schwere Etappenrennen in der Steiermark und

Luxemburg bestreitet und die Zeit jetzt lieber für Strassentraining genutzt hätte.

Zunächst ging es am 20.+21.Juli nach Köln zur DM im Bahnomnium. Beim Bahnomnium

handelt es sich um einen Mehrkampf aus verschiedenen Massendisziplinen auf der

Radrennbahn. Die Bahn an der deutschen Sporthochschule in Köln ist 250m lang und aus Holz

mit einer Überdachung. Für den Strassenspezialist Enzo lief es in seinem vorletzten

Bahnwettkampf sehr gut. In der Qualifikation für die Finalläufe der Besten 24 konnte er sich

knapp behaupten, zeigte dann aber in den Finalläufen eine starke Leistung und konnte sich in

der Gesamtwertung der DM den undankbaren 4. Platz sichern, was aber für Enzo ein sehr

gutes Bahn-Ergebnis war.

Bereits eine Woche später ging es im Ostberliner „Wellblechpalast“, im Rahmen der „Finals

Berlin“ vom 31.Juli bis 4.August mit der DM Bahn der Einzeldisziplinen weiter. Enzo startete in

seinem letzten Bahnwettkampf in den 4 Ausdauerdisziplinen und hatte durchwachsene

Ergebnisse:

In der 2000m Einerverfolgung wurde er enttäuschender 27.

In der 3000m Mannschaftsverfolgung scheiterte er als 5., wie bereits 2018, wieder knapp am

Einzug in die Finalläufe um die Medaillen.

Im Punktefahren setzte er sich in einem stark besetzten Vorlauf souverän durch wurde aber im

Finale der Besten 24 nur 16.

Das gleiche passierte zusammen mit seinem Klassenkamerad Philip auch im Madison. Ein sehr

stark besetzter Vorlauf souverän überstanden und im Finale, als Medaillenkandidat nur 11.

Pech war vielleicht auch der Veranstaltungszeitplan. Unmittelbar vor dem Madison Finale

musste Philip für Team Rheinland-Pfalz auch noch im Teamsprint antreten. Das war wohl etwas

viel Belastung auf einmal.

Team RLP war unter Führung von Olympiasiegerin Miriam Welte vor allen in den

Kurzzeitdisziplinen bei den 133. Deutschen Bahnmeisterschaften sehr erfolgreich und kam mit

etlichen Titel und Medaillen, insbesondere im Mädchen-Bereich, zurück nach Kaiserslautern.

Mit der Rückkehr aus Berlin wird Enzo sein Bahnrad „an den Nagel“ hängen. In der

kommenden Saison fährt er für Team WIPOTEC U19 Strassenrad-Bundesliga und internationale

Rennen. Bahnradsport ist im Rennprogramm der Mannschaft nicht vorgesehen, man

konzentriert sich komplett auf den Strassenradsport.

Für die Restsaison bis Ende September stehen nun neben den Rundfahren in der Steiermark

und Luxemburg noch die DM Mannschaftszeitfahren in Genthin bei Magdeburg und die DM

Einzelzeitfahren in Langenhagen bei Hannover und ein letztes BDR-Sichtungsrennen auf der

Strasse, an. Enzo hofft auf gute Ergebnisse für eine Übernahme in die U19 Nationalmannschaft

Strassenradsport.

 

 

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